Archiv für den Autor: Lena

Bericht aus dem Frauenforum

Wie verändert die Digitalisierung unsere Stadt?

Bericht über die Frauenforumssitzung am 22. Juni 2017
mit Sabine Geller und Belinda Hoffman-Schmalekow von ZAWIW zum Projekt „Danube Women City Guide und Christian Geiger von der Stadt Ulm, Grundsatzfragen 2.0, zu Veränderungen in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung.

Frau Geller berichtete, das Donauprojekt „Danube Women City Guide“ solle keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten wie den Frauenstelen in Ulm darstellen, sondern diese ergänzen, um das Wirken von Frauen in Donauländern bekannt zu machen. Finanziert wird das Projekt durch die Landesstiftung Baden-Württemberg.
Die Webseite dazu befindet sich im Aufbau, dort sollen Informationen zu Frauen aus der Geschichte, Frauen von heute (aus Ulm beispielsweise die Musikerin Ariane Müller), Projekten und Rollenmodellen vorgestellt werden. Es wird eine Karte mit beteiligten Städten geben, auch die Ulmer Stelen werden dort zu finden sein. Zudem wird für örtliche Frauenführungen geworben. Europaweit findet die Zusammenarbeit mit Wien, Budapest, Novi Sad und Temeswar statt, in Ulm sind ZAWIW und das danube connects Magazin beteiligt.

Außerdem geplant sind eine App und ein kleines Büchlein mit Porträts von Frauen aus den Donauländern. Die Informationen werden auf Englisch zu Verfügung stehen, die Startinfo auf der Webseite auch auf Deutsch.

Frau Hoffmann-Schmalekow macht das Projekt unter jungen Frauen und Schülerinnen des St. Hildegard- und des Anna-Essinger-Gymnasiums bekannt. Frauen aus wichtigen Positionen berichten von ihren Erfahrungen, Ziel ist vor allem gegenseitiges Kennenlernen und Vernetzen.

Herr Geiger berichtete zunächst über verschiedene Aspekte der Digitalisierung und darüber, wie konkret in Ulm darauf reagiert wird:

Zukunft
Die Digitalisierung spielt in viele Bereiche des Lebens und Arbeitens hinein, einige Beispiele sind: multifunktionale Straßenlaternen, die gleichzeitig als Notrufsäulen fungieren und WLAN anbieten Kleidung mit Sensoren, um beispielweise Belastungen im Pflegebereich zu erkennen
Fitnessarmbänder, multifunktionelle Waagen, veränderte Technologien, Vormarsch der 3D-Drucker (ganze Autos aus dem 3D-Druck), dadurch wird der Raumbedarf der Fabriken deutlich kleiner werden ein Flugsimulator in 3D-Technik, den Birdly (demnächst auch in Ulm)
autonomes Fahren zunehmendes Sammeln von Daten über Personen, freiwillig und unfreiwillig; beispielweise können beim Betreten von Geschäften Alter, Geschlecht, Gemütszustand, Verweildauer vor bestimmten Waren, etc. erkannt werden

Historie
Auf Grund der vielen AkteurInnen ist es wichtig, nicht nur die Technologie im Blick zu haben, sondern auch eine Strategie dafür zu entwickeln.
Die Breitband-Infrastruktur, ist für heutige Firmen als Standortfaktor so wichtig, wie früher etwa Seezugang oder Straßen. In Ulm ist die Struktur bereits recht gut ausgebaut, oft von der SWU-Telenet, aber auch von anderen Anbietern. Dies erleichtert familienfreundliche Arbeitsweisen wie Home Office.
Die Zielsetzung von 50 Mbit/s ist weitgehend erreicht.

Mobile Endgeräte
Was mobile Endgeräte angeht, kann man von einer digitalen Kluft sprechen: Westdeutsche nutzen sie mehr als Ostdeutsche, Jüngere eher als Ältere, Männer eher als Frauen. Auch der berufliche Kontakt damit beeinflusst die private Nutzung.
Die Frage ist unter anderem, wie auch Mädchen und junge Frauen dafür begeistert werden können. In Ulm werden in Schulen IPads eingesetzt. Auf die Frage aus dem Forum, warum in Schulen kein offeneres System benutzt werde, antwortet Herr Geiger, das liege vor allem an der Sicherheit.
Auf den sozialen Medien sei Ulm bereits sehr präsent.

Die Ulmer Open Data Offensive bietet beispielsweise folgende Anwendungen:
Anzeigen freier Kita-Plätze
Schnelle Wege mit dem ÖPNV (Mapnificent)
Liniennetz des ÖPNV für RollstuhlfahrerInnen
Eine Vornamen-App

Jugend hackt
Dieser Wettbewerb für Süddeutschland wird in Ulm ausgetragen (vergleichbar mit „Jugend forscht“, aber mit digitalen Inhalten)

Beispiele in Ulm, bei denen digitale Angebote bereits eingesetzt werden oder geplant sind: BürgerInnen-Beteiligung über Internetplattformen, Livestream im Theater, Museums-App, Mitgeh-Börse, Verwaltungsleistungen,…

Zukunftsstadt
Der Frage, wie Ulm in 30 Jahren digital aussehen soll, wird in drei Phasen nachgegangen, derzeit befinden wir uns in Phase 2. Ulm braucht einen Masterplan, eine „digitale Agenda“, um die verschiedenen Projekte und AkteurInnen zu koordinieren, Fördermittelanträge zu stellen usw. Dabei wird nach dem bottum-up-Ansatz vorgegangen, d.h. es werden Ideen mit den AkteurInnen vor Ort entwickelt, beispielweise das Verschwörhaus oder die Unternehmerinitiative „initiative.ulm. digital e.V.“, die digitale Talente und Ideen fördert. Sie trifft sich jeden dritten Dienstag im Monat um 20 Uhr zu einem Stammtisch im Kornhauskeller.

Geplante Projekte und Veranstaltungen:
Sensoren, die den Straßenverkehr z.B. in der Karlstraße beobachten
das Donauprojekt zusammen mit Frau Geller zum Erfahrungsaustausch entlang der Donau
eine Münster App
der Birdly-Rundflug über Ulm
eine multimediale Veranstaltung am 14.7.17, 22 Uhr, in der das Ulmer Münster nachts mit Licht und Ton zum Leben erweckt wird
eine Fake NewsVeranstaltung am 17.7.17 (Herr Geiger leitet die Einladung an das Frauenforum weiter)

Spezifika der digitalen Entwicklung
Die Akteure sind bisher überwiegend männlich.
Es entstehen gute Entwicklungsmöglichkeiten für den ländlichen Raum und die Familienfreundlichkeit der Arbeit.
Es entsteht mehr Transparenz.
Ort und Zeit des Arbeitslebens werden flexibler, das kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken.
Die Markteintrittsbarriere für Selbstständige wird gesenkt.
Die digitale Kluft ist da, dem muss entgegengewirkt werden, unter anderem durch gute Aus- und Weiterbildung

Top 10 der Ausbildungsberufe
Eine Übersicht der beliebtesten Ausbildungsberufe zeigt, dass viele dieser Berufe durch die Digitalisierung gefährdet sind. Gerade diese gefährdeten Berufe werden häufig von Frauen gewählt.

Anschließend stand Herr Geiger noch für Fragen zur Verfügung

F: Die Digitalisierung ist nicht das einzige Zukunftsthema, auch andere Aspekte bleiben wichtig, z.B. die Erde zu schützen und dieses Anliegen auch weiterzutragen.

F: Auch die Industrialisierung habe Zeit gebraucht, schneller Wandel kann bestimmte Gruppen auch abhängen. Was kommt konkret als nächstes bei der Stadtverwaltung?

Geiger: Bei der Ulmer Stadtverwaltung liegt das Durchschnittsalter sehr hoch, der Fachkräftemangel wird die Stadt bei vielen bevorstehenden Aufgaben treffen. Anders als     in einem „normalen“ Unternehmen achtet die Stadtverwaltung darauf, dass niemand durchs Raster falle bzw. durch die Digitalisierung abgehängt werde. Es werde auch künftig nach dem Mehrkanalansatz verfahren, dass heißt es wird auch weiterhin AnsprechpartnerInnen geben. So ist es z.B. auch bei der meist genutzten E-Gouvernement-Anwendung, der Steuererklärung (Elster). Zudem dürfe man nicht vergessen, unterschiedliche Abläufe und Themen bedürfen unterschiedlicher Medien. Eine Einladung auf hochwertigem Papier vermittle eine ganz andere Wertschätzung als eine Einladung per E-Mail.

F: Wird es möglich sein, vergleichbar dem Online-Banking, die Dienstleistungen der Stadtverwaltung komplett digital abzuwickeln?

Geiger: Dazu bräuchte es eine Bundeslösung, damit sogenannte „Bürgerkonten“ auch nach Umzügen in ein anderes Bundesland schnell und vor allem sicher wieder zur Verfügung stünden.
Derzeit sei es noch so, dass es auf dem „alten“ Weg oft schneller gehe.
Insbesondere der Datenschutz sei eine große Herausforderung. Durch die intensive Vernetzung komme die Frage auf: Wem gehören die gespeicherten Daten? Wer nutzt sie wofür? Dies habe man nicht mehr im Griff, daher müssten alle überlegen, was sie miteinander vernetzen. Es sei auch ein wichtiger Bildungsauftrag, der Jugend diese Gefahr des „gläsernen Menschen“ bewusst zu machen.

F: Wie können Mädchen und Frauen mehr für MINT-Berufe und Digitalisierung begeistert werden?
F: In der Schule werde oft die Erfahrung gemacht, dass Geräte nicht richtig funktionieren,     viel Zeit auf der Strecke bleibe und soziale Netzwerke zu Ärger in den Klassen führen.

Geiger: Der Anspruch müsse sein, dass Medien und der Umgang damit einen Mehrwert bringen. Auch das Lehrpersonal muss gut geschult sein. Es brauche intelligente Lösungen, die den Nutzerinnen dienen. Die Bahn hat beispielweise ein Projekt am     Bahnhof Leutkirch, das zur Beratung die Möglichkeit einer Video-Konferenz anbietet.

Bericht: Nina Leinmüller

Bericht aus dem Frauenforum

Vom Weltretten und U(l)mbauen

Weltladen-Geschäftsführerin Kirsten Tretter und Bürgermeister Tim von Winning zu Gast im Frauenforum am 16. Februar 2017

Der Ulmer Weltladen

Die Geschäftsführerin des Ulmer Weltladens, Kirsten Tretter, erzählte, dass der Ulmer Weltladen ganz überwiegend von Ehrenamtlichen, zum größten Teil Frauen, betrieben werde, die in 3-Stunden-Schichten Dienst tun. Weitere MitarbeiterInnen sind jederzeit willkommen.

Die Kündigung des alten Ladens erwies sich im Nachhinein als Glücksfall, da im neuen Haus mit BUND, ADFC, Weltladen und UNICEF mehrere wichtige Institutionen unter einem Dach sind. Der Ulmer Weltladen ist eine Non-Profit-Organisation und als Verein organisiert, Vorsitzender ist Lothar Heusohn, Geschäftsführerinnen sind Kirsten Tretter und Sonja Schlenk.

 

Das meist verkaufte Produkt ist nach wie vor Kaffee, es können aber auch andere Lebensmittel, Haushaltswaren, Bücher, CDs, Kunsthandwerk, Schmuck und Textilien erworben werden. Letztere werden im neuen Laden stärker nachgefragt. Außerdem gibt es eine Kaffeebar.

Die Produkte kommen hauptsächlich aus dem globalen Süden (früher „Entwicklungsländer“ oder „Dritte Welt“), inzwischen werden aber auch faire Milchprodukte aus Deutschland angeboten.

 

Gespräch mit Bürgermeister Tim von Winning

Herr von Winning ging zunächst auf Fragen ein, die ihm vorab durch die Sprecherinnen des Frauenforums zugesandt wurden.

 

Herr von Winning berichtete, er sei nun seit eineinhalb Jahren wieder in Ulm, nachdem er bereits von 2002 bis 2005 als Projektleiter in Ulm unter anderem das Projekt „Neue Mitte“ begleitete. Anschließend war er 2 Jahre in Erlangen und 8 Jahre in Tübingen. In Ulm gehe es nun hauptsächlich darum, die angestoßenen Baumaßnahmen zu begleiten, vor allem den Bau der Linie 2, der im Übrigen gut im Zeitplan liege, aber teurer werde. Das liege aber nicht an fehlerhafter Planung.

Des weiteren seien zusätzliche Verbesserungen im Radverkehr notwendig.

 

Zum großen Thema Bahnhof erläuterte Herr von Winning, das Projekt S 21 sei volkwirtschaftlich kritisch zu sehen, betriebswirtschaftlich bringe es für Ulm durch die Neubaustrecke positive Effekte. Der Ulmer Bahnhof sei nicht repräsentativ und teilweise von mangelhafter Bausubstanz. Ein Neubau des Empfangsgebäudes durch die Bahn sei seiner Einschätzung nach nicht in den nächsten 15 Jahren zu erwarten. Der neue Abgang mit Passage und Tiefgarage komme vorher.

Die Vorplanungen zum Bahnhofsvorplatz waren aus seiner Sicht nicht optimal was die große Überdachung angeht. Das alte Dach ist in Ordnung, kann aber nicht ab- und wieder aufgebaut werden, da es heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt. Auf die Frage aus dem Forum, wie groß der Abstand zwischen Bahnhofsgebäude und geplantem Dach sei, antwortete von Winning, drei Meter seien allein deswegen nötig, um das Bahnhofsgebäude später sanieren zu können, denkbar sei, dann Lücke durch ein Vordach am Bahnhofsgebäude zu schließen, um durchgehend Regenschutz zu bieten, dies sei aber Sache der Bahn.

 

Die Frage der Anzahl der Spuren in der Friedrich-Ebert-Straße ist geklärt, von Winning betonte, die Leistungsfähigkeit bleibe mit drei Spuren gut. Durch die Ampelphasen beim Theater und in der Zinglerstraße werde der Verkehr in die Friedrich-Ebert-Straße reguliert.

Beim Bau von Tiefgarage und Passage ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen, da der Straßenverkehr komplett auf die Innenseite verlegt werden wird und somit die Straßenbahnschienen überquert werden müssen.

 

Im Wohnungsbau sei die Lage in Ulm laut Herrn von Winning nicht so dramatisch wie in anderen Städten, neue Wohngebiete wie Safranberg, Egginger Weg und Hindenburgkaserne könnten daher sorgfältig angegangen werden. Man müsse sich die Zeit nehmen, die es brauche, und auch die Qualität des öffentlichen Raumes beachten.

 

 

Im Anschluss war Raum für Fragen an Tim von Winning aus dem Forum:

Frage: Wird bei der Umleitung während der Bauphase am Bahnhof auch an Radfahrende gedacht?
Antwort: Eine eigene Fahrradspur wird nicht möglich sein, auf eine gute Ausschilderung wird aber Wert gelegt.

F: An der Donaubastion wurden dankenswerterweise Bäume gepflanzt, wie sieht der Ausgleich für die Bäume aus, die an Bahnhof und Theater gefällt wurden?
A: Die gefällten Bäume wurden vorab erfasst und werden mit gleicher Wertigkeit ersetzt, teilweise an Bahnhof und Theater, teilweise aber auch anderswo.

F: Wie kann die Stadt der Zunahme an Werbung im öffentlichen Raum entgegentreten?
A: Dazu gibt es städtische Regelungen, die Stadt verdient durch einen Vertrag mit der Firma Wall Geld damit. Derzeit wurden beispielsweise in der Hafengasse und der Kramgasse Ersatzstandorte geschaffen, die der Baustelle für die Linie 2 zum Opfer fielen. Einige Läden halten sich nicht an Vorschriften, was die Platzierung ihrer Aufsteller betrifft.
Die Pflege der Haltestellen wird derzeit noch von der Firma Wall übernommen, wird künftig aber wieder städtisch. Die Frage sei nur, ob der gute Zustand dadurch zu halten sei.

F. Die Verkehrsplanung um die Baustelle zur Linie 2 wird gelobt, besonders der Kreisel an der Römerstraße. Kann dieser dauerhaft bestehen bleiben?
A: Das geht nicht, da die Straßenbahn keinen Kreisel fahren kann.

F: Wie wird bei der Überdachung des Bahnhofplatzes darauf geachtet, dass ÖPNV-NutzerInnen nicht im Regen stehen?
A: Die komplette Länge der Haltestelle von 120 Meter wird nur abends und nachts beim sogenannten Rendezvous-Betrieb des ÖPNV gebraucht, also wenn die Busse und Bahnen aufeinander warten. Es wird also nicht die komplette Länge überdacht. aber an der Haltestelle werden spezielle Wartehäuschen aufgestellt.

F: Warum kann der Bus eines privaten Anbieters aus Gögglingen nicht auf der städtischen Bustrasse fahren?
A: Auf Schienen dürfen keine anderen Fahrzeuge als Straßenbahnen und SWU-Busse fahren. das hängt mit komplizierten Vorschriften die Bauförderung betreffend zusammen.

F: Wie sieht es mit dem Ziel aus, 20% des Verkehrs aufs Fahrrad zu verlegen?
A: Wird vermutlich nicht erreicht werden, die Infrastruktur soll aber weiter verbessert werden, beispielsweise durch Schutzstreifen. Unfälle passieren meist nicht auf der Strecke, sondern an Kreuzungen. Die Bedürfnisse der RadfahrerInnen sind recht unterschiedlich, da sie die inhomogenste Gruppe sind.

F: Wie werden die Bedürfnisse schneller RadlerInnen berücksichtigt? Außerdem wird verwiesen auf autofreie Innenstädte in der Schweiz, z.B. Zürich. Der Autoverkehr müsse unattraktiv werden.
A: Da, wo es möglich ist, können RadlerInnen schnell fahren, aber es ist nicht überall möglich und jeder müsse sich mit den Gegebenheiten arrangieren. Entscheidungen über Maßnahmen für weniger oder keine Autos in der Innenstadt bedürfen der Mehrheit im Gemeinderat.

F: Warum gibt es jetzt so viele Baustellen auf einmal?
A: Das liegt zum einen daran, dass sich die Sedelhöfe um drei Jahre verzögert haben. Die Straßenbahn muss jetzt gebaut werden, um die entsprechende Förderung zu bekommen, der Bau der Tiefgarage ist jetzt gewollt.

F: Warum gibt es in der Fahrradstraße im Ulmer Westen nicht mehr Tempokontrollen? Wann kommt Tempo 30 in die Wagnerstraße?
A: Tempokontrollen können nur in einem bestimmten Maße durchgeführt werden, Fahrradstraße wird kontrolliert. Was Tempo 30 in der Wagnerstraße angeht, ist Ulm an die Straßenverkehrsordnung gebunden, die im Stadtgebiet grundsätzlich Tempo 50 erlaubt, Einschränkungen seien nur aus folgenden Gründen möglich: Lärm, Luftreinheit, Sicherheit.

F: Wie definieren Sie eine Baugemeinschaft und warum gibt es in Ulm bisher so wenige im Gegensatz zu Tübingen?
A: Die Gründung von Baugemeinschaften kann die Stadt nicht vorantreiben. Die Bereitschaft muss von den Bürgern selbst kommen. Grundsätzlich sei eine Baugemeinschaft zunächst nur eine Möglichkeit, ein Haus zu bauen, ohne zwingend eine Form der Gemeinschaft zu beinhalten. Auch zwei Investoren, die Mietwohnungen bauen, sind eine Baugemeinschaft. Auch in Tübingen gab es Privatpersonen, die sich einer Baugemeinschaft angeschlossen haben, mit dem Zweck die Wohnung zu vermieten. Er sieht nichts Verwerfliches in diesem Ansinnen.

F. Wie kann Bauwilligen Planungssicherheit gewährleistet werden? Im konkreten Fall wurden Abstandsflächen auf dem Nachbargrundstück nachträglich verändert.
A: Auf diese Frage kam keine Antwort von Herrn von Winning.

F: Warum kann die Bäckerei Bayer in Söflingen einen Neubau mit Cafe (60 Plätze) und sieben Wohnungen ohne Autostellplätze oder einer TG bauen?
A: Das ist rechtlich in Ordnung, weil aus baulichen Gründen eine Tiefgarage nicht machbar ist.

F: Wie sehen Sie den Neubau in der Wengengasse, wo die Fußgänger unter den Arkaden laufen und fünf Parkplätze wegfallen?
A: Herr von Winning begrüßt dieses Vorhaben und meint, das höhere Gebäude wird sich den Gebäuden im Wengenviertel anpassen.
Bei allen Bauvorhaben in der Stadt Ulm sind zwei Aspekte Herrn von Winning besonders wichtig „nicht das Maximum heraus holen“ und“Qualität soll entstehen“.

F: Eine Forumsteilnehmerin merkt an, dass im Wohnungsbau eben keine Zeit sei, sondern gerade günstiger Wohnraum sehr dringend gebraucht werde.
A: Die Definition günstigen Wohnraums habe sich verändert, früher, in den 50er bis 70er Jahren, gab es für einen ähnlichen Teil des Einkommens weniger Quadratmeter. Wichtig sei, dass in Ulm viele Wohnungen in öffentlicher Hoheit seien.

F: Eine Frau bittet darum, dass die Hirschstraße schön bleibt.
A: Darum bemüht sich die Stadt.

F: Wie steht es mit Schulsanierungen, gerade im Hinblick auf die Spitalhofschule?
A: Die Spitalhofschule ist saniert, in diesem Fall war es einfach Pech, dass eine neue Heizungsanlage vier Mal aus unterschiedlichen Gründen ausgefallen sei. Zudem sei die Schule energetisch problematisch, da die Klassenzimmer sehr viele Außenwände haben und schnell auskühlen. Inzwischen sei, um die Zimmer warmzuhalten, die Nachtabsenkung gestoppt.

 

Bericht: Nina Leinmüller

 

Bericht aus dem Frauenforum

Gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution

In der Sitzung des Ulmer Frauenforums am 24.11. 2016 im Club Orange der Ulmer Volkshochschule stellte sich das Ulmer Bündnis gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution vor.

 

Dr. Karin Graf gab einen kurzen Rückblick über die Entstehung des Bündnisses

Die Idee dazu kam von Ulla Waterkemper (frühere Leiterin des Frauenbüros), die das Thema mit Manfred Paulus bearbeitete. Initiiert durch die damalige Ministerin Frau Dr. Stolz wurde die Ausstellung „Ohne Glanz und Glamour“, die auch dieses Jahr im Rahmen des Donaufestes zu sehen war, 2008 in der Ulmer Volkshochschule gezeigt. Daraufhin war auch Dr. Dagmar Engels involviert, der neue Ansatz war nun, das Thema mittels der Donauraumstrategie auf die Agenda zu setzen. Dies ist auch gelungen durch die oben genannte Ausstellung und eine Podiumsdiskussion im Rahmen des Donaufestes 2016 und Treffen mit NGOs während der Schachtelfahrt 2014. Es zeigte sich, dass das Thema komplexer ist, als anfangs gedacht.

 

Diana Bayer stellte die Mitglieder des Bündnisses vor:

Dr. Dagmar Engels (Ulmer Volkshochschule), Solveig Senft (Terre des Femmes und Verein SISTERS), Tanja Wöhrle und Constanze Thelen (AIDS-Hilfe), Dr. Karin Graf (CDU-Fraktion Ulm), Jürgen Filius (Landtagsabgeordneter der GRÜNEN in Ba-Wü), Dr. Monika Stolz (ehemalige Ministerin für Arbeit , Soziales, Familie und Senioren in Ba-Wü) und Manfred Paulus (ehemaliger Kriminalhauptkommissar Ulm) und Diana Bayer (Frauenbüro der Stadt Ulm). Das Bündnis dient vor allem der Vernetzung. Derzeit ist außerdem ein Runder Tisch in Planung, an dem alle Akteurinnen und Akteure, die beruflich mit dem Thema Prostitution zu tun haben, zusammenkommen sollen.

 

Constanze Thelen und Tanja Wöhrle erläuterten die Rolle der AIDS-Hilfe bei der geplanten Beratung der Prostituierten

Seit 2015 riefen vermehrt Männer bei der AIDS-Hilfe an, um sich nach Bordellbesuchen auf AIDS testen zu lassen. Dadurch fiel auf, dass es keine passgenaue, niederschwellige Beratungsstelle für Prostituierte gibt.

Das Konzept zur Beratung von Prostituierten sieht zum einen die medizinische Versorgung (ca. 90% der Prostituierten sind nicht krankenversichert) vor, zum anderen die Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten und AIDS-Tests, auch mobil vor Ort. Für Frauen, die aussteigen wollen, sollen Strukturen aufgezeigt und der Ausstieg durch „kurze Wege“ zum Beispiel zum Jobcenter, erleichtert werden. Auch Streetwork, also aufsuchende Sozialarbeit, und das Angebot von Räumen und „klassischer“ sozialpädagogischer Begleitung gehören dazu.

Die Klientel ist sehr unterschiedlich, es gibt Frauen, die sich freiwillig prostituieren, Zwangsprostituierte und Frauen, die sich aus wirtschaftlicher Not prostituieren (diese Gruppe ist vermutlich die größte).

Der Kontakt zu nicht Deutsch sprechenden Frauen findet teilweise durch Dolmetscherinnen statt, es wurden aber auch mit Flyern und kurzen Filmen, die auf Tablets gezeigt werden, gute Erfahrungen gemacht.

Die Fallzahlen werden im Rahmen des öffentlichen Jahresberichtes der AIDS-Hilfe dokumentiert.

 

Solveig Senft hat mit anderen Frauen, vor allem aus dem Stuttgarter Raum, vor ca. einem Jahr den Verein SISTERS gegründet, der Prostituierte beim Ausstieg unterstützt und Öffentlichkeitsarbeit macht. Sie erläuterte, dass sich durch das Prostitutionsgesetz von 2002 der Prostitutionsmarkt und -tourismus in Deutschland, im Vergleich zu anderen Ländern, deutlich vergrößert hat. Die Bedingungen für die Frauen haben sich verschlechtert, deutsche Frauen sind kaum noch zu finden. Es ist zunehmend Gewalt im Spiel, trotzdem hat die gesellschaftliche Akzeptanz von Bordellbesuchen zugenommen.

Terre des Femmes  hat ein Positionspapier für ein Sexkaufverbot veröffentlicht.

 

In der anschließenden Diskussion wurde aus dem Publikum nochmals auf die Notwendigkeit der Begleitung beim Ausstieg hingewiesen, da gerade auch die Wohnsitzlosigkeit ein großes Problem darstellt. Auch sollten die Bordellbetreiber über ihre Vorteile bei einer Kooperation mit der Beratungsstelle informiert werden, hier kann das neue Gesetz ein Türöffner sein. Die Männer, die zu Prostituierten gehen, sollten darüber informiert werden, dass die Frauen nicht zwangsweise auf AIDS oder andere sexuell übertragbare Krankheiten getestet werden und ihre eigene Gesundheit somit in Gefahr ist, das könnte Wirkung zeigen. Die Kondompflicht ist schwer zu überprüfen, allerdings kann laut neuem Prostituiertenschutzgesetz der Mann angezeigt werden, wenn er sich weigert, ein Kondom zu benutzen.

Im Anschluss fand eine Veranstaltung mit der Rechtsanwältin Jutta Uchmann aus Karlsruhe statt, die über das neue Prostituiertenschutzgesetz und die Auswirkungen auf Prostituierte, Bordellbetreiber und Verwaltungen informierte.

Den Gesetzentwurf finden Sie unter folgenden Link: https://www.bmfsfj.de/blob/80776/fff4653f9e09d4b313a3606f3cdc0141/prostituiertenschutzgesetz-entwurf-data.pdf

Bericht: Nina Leinmüller

Bericht aus dem Frauenforum

Frau Dr. Antje Schrupp zu Gast im Frauenforum zum Thema „Feminismus und Religion – (wie) geht das zusammen?“

Frau Dr. Schrupp, feministische Journalistin, Politikwissenschaftlerin, Theologin und Bloggerin aus Frankfurt war am 29. September 2016 zu Gast im Frauenforum. Sie gab die Leitfrage „Feminismus und Religion – (wie) geht das zusammen?“zunächst an die anwesenden Frauen zurück, das Meinungsbild war breit gefächert von Zustimmung über Unschlüssigkeit bis Verneinung.

 

Eigene religiöse Sozialisation

Sie schilderte einleitend ihre religiöse Sozialisation in der evangelischen Kirche, vom Kindergottesdienst zur aktiven Jugendarbeit und schließlich dem Entschluss, evangelische Theologie zu studieren und Pfarrerin zu werden. Diesen Wunsch gab sie im Laufe des Studiums auf, da ihr die damit verbundenen Regeln bezüglich des Glaubens zu einschränkend waren. Sie studierte zusätzlich Politologie und Philosophie und arbeitete als Journalistin, wurde außerdem Feministin.

Religion und Feminismus

Das Dilemma der gläubigen Feministinnen der 80er Jahre war die Entscheidung, entweder aus der Kirche auszutreten, da sie patriarchale Strukturen hat, oder drinzubleiben, um sie von innen heraus verändern zu können. Abschaffen lasse sich Religion nicht, die Welt ist religiös, daher sei es wichtig, dass es Feministinnen mit religiöser Kompetenz gibt. Ihre Methode, als Feministin religiös zu sein, beruhe zum einen auf der Annahme: Gott will nichts, was die Freiheit der Frau einschränkt und zum anderen aus Zeugnissen von früheren Frauen der Kirche und ihrer Auseinandersetzung damit.

Die Religionen (aber auch andere Weltanschauungen, z.B. die säkulare Philosophie oder demokratische Strukturen) sind patriarchal „verseucht“, diese Einflüsse lassen sich nicht einfach „abkratzen“. In Deutschland werde die Diskussion Feminismus und Christentum kaum noch geführt, da die Religion hier mittlerweile in den privaten Bereich geschoben sei und eher vergleichbar mit kulturellen Vorlieben für bestimmte Filme oder Bücher. Zudem sei der Fokus seit 9/11 viel stärker auf Feminismus im Islam gelegt. Sie legt dar, dass in der öffentlichen Diskussion der Islam oft mit Frauenfeindlichkeit verknüpft werde, was wiederum dazu führe, dass sich manche jungen Muslime frauenfeindlich verhalten, weil es ihrer Religion zugeschrieben werde.

Religiöse Zugehörigkeit

In die Religion werde man in den meisten Fällen „hineingeboren“. Frau Dr. Schrupp hat viele Interviews mit Menschen verschiedener Religionen geführt, und fast alle landeten nach intensiver und kritischer Beschäftigung mit ihrem Glauben wieder bei der Ursprungsreligion. Frau Dr. Schrupp behauptet, als Frau könne sie aus jeder Religion austreten, da die Religion an sich nichts dagegen tun könne. Der Druck komme aus dem sozialen Umfeld. In Deutschland sei dies vergleichbar mit der Aussage, gegen die parlamentarische Demokratie zu sein. Dadurch mache man sich verdächtig, denn es gebe Bekenntniszwang. Hier erntete Frau Dr. Schrupp Widerspruch aus dem Frauenforum. Die Auswirkungen für Frauen z.B. im Iran, die sich von ihrer Religion lossagen, seien viel gravierender als für jemanden, der das politische System in Frage stellt.

Südwestpresse: Die OB-Kandidaten im Frauenforum

Südwestpresse vom Freitag, den 20. November 2015

Die OB-Kandidaten im Frauenforum

Was wollen die OB-Kandidatinnen und Kandidaten für die Frauen in Ulm tun? Das war Thema einer Gesprächsrunde im Stadthaus.

von Christine Liebhardt

Gut halb voll war der Saal im Stadthaus am Dienstagabend, als sich sechs der sieben

Gudrun Schmid begrüßt

Gudrun Schmid begrüßt

Bewerberinnen und Bewerber um das Amt des Oberbürgermeisters dazu befragen ließen, was sie im Falle eines Wahlsiegs für die Frauen in der Stadt tun wollen.  Moderatorin Manuela Rukavina, Vorsitzende des Landesfrauenrats, strukturierte den Abend nach Themenkomplexen, die sich aus vorab eingeschickten Fragen zusammensetzten. Frage eins: Was wäre Ihre erste Amtshandlung als OB?

Als OB würde ich . . . Birgit Schäfer-Oelmayer (Grüne) will die Tradition der Bürgerinnenversammlungen wieder aufleben lassen, die der Überparteiliche Frauenarbeitskreis nach 1948 organisiert hatte; die dauerhafte Senkung der Kita-Gebühren; und junge Frauen stärker an die Kommunalpolitik heranführen. Gunter Czisch (CDU) stellte seine bisherige Bilanz in den Vordergrund – die Hälfte der Führungskräft in seinem Dezernat seien Frauen. Er will das Frauenhearing aufs Internet übertragen, und dass die Elternzeit für Männer genauso selbstverständlich wird wie für Frauen. Martin Rivoir (SPD) findet es wichtig, das Frauenforum an der Spitze des Rathauses ernst zu nehmen und eine Gleichstellungsbeauftragte verpflichtend einzuführen. Anja Hirschel (Piratenpartei) will Kitas und Ferienbetreuung stärker fördern, die Kurzzeit- und Notfallpflege besser vernetzen und die aktive Mitbestimmung von Frauen stärken. Sevda Caliskan (parteilos) will ebenfalls niedrigere Kita-Gebühren, sich in der Wohnungspolitik engagieren, und dass die Anliegen der Bürger Gehör finden. Ralf Milde (parteilos) will unter anderem gute Lebensbedingungen für alle, eine vielfältige Stadtverwaltung und die Nutzung städtischer Angebote nach Geschlecht auswerten.

Die Kandidat*innen stellen sich vor

Die Kandidat*innen stellen sich vor

und diskutieren miteinander

und diskutieren miteinander

Günstiger Wohnraum „Das wird mein Topthema“, versprach Martin Rivoir und verwies auf seinen Vorschlag, jedes Jahr 700 neue Wohnungen zu bauen. Anja Hirschel will über Ausschreibungen kleine Wohneinheiten fördern und diese bei Sanierungen erhalten. Außerdem will sie eine Umnutzungsschutzverordnung, damit Wohnungen nicht als Ferienwohnungen weitervermietet werden: „Damit Ulm nicht die teure Schlafstadt von Stuttgart wird.“ Gunter Czisch sieht gar eine „Multi-Problem-Lage“ gerade alleinerziehender Frauen, die nur mit einer günstigen Wohnung nicht gelöst sei. Ein ganzes Hilfesystem sei vonnöten, inklusive Kita und Bürgertreff vor Ort. Im Bauen allein sieht Birgit Schäfer-Oelmayer nicht das Heil – dazu fehlten schlicht die Flächen. Sie setzt auf ein kommunales Förderprogramm, aus dessen Mitteln zum Beispiel bestehende Gebäude aufgestockt werden könnten. Ralf Milde will die Frage vom Baubürgermeister lösen lassen, und Sevda Caliskan bringt gleich die Maslowsche Bedürfnispyramide ins Spiel: „Die Situation muss gelöst werden.“

Manuela Rukavina, die Vorsitzende des Landesfrauenrates führt durch den Abend

Manuela Rukavina, die Vorsitzende des Landesfrauenrates führt durch den Abend

Haltung zu Bordellen „Prostitution ist Menschenhandel“, sagt Caliskan. Sie sei deshalb zu verfolgen, insbesondere die „sichtbaren Etablissments“ in der Blaubeurer Straße. „Drauf, wo immer es geht“, findet auch Martin Rivoir. „Wir müssen alles tun, um den Druck auf das Gewerbe zu erhöhen und es einzudämmen.“ Schäfer-Oelmayer will niederschwellige Hilfs- und Ausstiegsangebote für die rund 300 bekannten Prostituierten. Für Milde geht zu wenig Widerstand vom Gemeinderat aus. Czisch stellt klar: „Es gibt einen Unterschied zwischen legaler und Zwangsprostitution.“ Die organisierte Kriminalität müsse eingedämmt werden, der legale Teil sei geregelt in der Stadt. Seiner Sichtweise schloß sich Anja Hirschel an, die sagte: „Nicht jede Frau, die der Sexarbeit nachgeht, ist gezwungen, das ist einfach nicht wahr.“ Auch Hirschel will Bordelle nicht in der Blaubeurer Straße, wo sich durch Ikea und Blautal-Center viele Familien aufhalten: „Dann lieber im Donautal.“ Die Stadt müsse helfen, wo Bedarf ist, zum Beispiel mit einer Streetworkerin. Milde befand, es gäbe zu wenig Widerstand im Gemeinderat.

Die Kandidat*innen zeigen mit ja/nein-Karten ihre Positionen

Die Kandidat*innen zeigen mit ja/nein-Karten ihre Positionen

Betreuungsplätze Eine eingereichte Frage lautete: Wie sieht es aus mit Nachmittagsbetreuung für Kinder ab der 5. Klasse? Wenn es nach Ralf Milde geht, braucht man die eher nicht: „Ich sehe die Verkommunalisierung der Kinder mit Bedenken.“ Sie sollten irgendwann auch noch nach Hause kommen. Rivoir will entsprechende Strukturen schaffen,  Czisch sich für Betreuung an den Schulen einsetzen, Hirschel die Hausaufgabenbetreuung im Hort ausbauen. Auch Caliskan hält entsprechende Betreeung für nötig. Schäfer-Oelmayer sieht vor allem auch strukturell in den Grundschulen ein Problem, die ursprünglich als Halbtagsschulen gebaut worden seien.

Weitere Themen waren unter anderem die Barrierefreiheit und Beleuchtung für Fußgängerinnen im öffentlichen Raum sowie selbstbestimmtes Wohnen im Alter.

 

 

SAVE THE DATE!
Frauen-FRAGEN zur OB-Wahl
am 17. November 2015

Copyright Schindler Kommunikationsdesign

Copyright Schindler Kommunikationsdesign

Die Veranstaltung Frauen-FRAGEN zur OB-Wahl findet am 17. November 2015 statt!

Das Ulmer Frauenforum lädt alle Ulmerinnen am Dienstag, 17. November 2015, herzlich ein, den Kandidatinnen und Kandidaten der OB-Wahl mit Frauen-FRAGEN auf den Zahn zu fühlen! „Was würden Sie für die Frauen in Ulm tun?“ – Mit dieser Frage wird Manuela Rukavina, Vorsitzende des Landesfrauenrats BW, in die Gesprächsrunde einführen, nachfragen, nachhaken und mitdiskutieren. Alle Teilnehmerinnen sind selbstverständlich eingeladen, auch ihre eigenen Fragen mitzubringen.

Was beschäftigt Sie als Frau in Ulm? Was sind Ihre Erfahrungen im Bereich Vereinbarkeit Familie-Beruf, Leben mit Kindern und Pflege von Familienangehörigen, Mobilität, Bildung, Erziehung, Kultur, Gesundheit, Infrastruktur und vieles mehr? Wie stehen die Kandidatinnen und Kandidaten zu den Themen, die Ihnen wichtig sind? Sie können es an diesem Abend heraus finden!
Kommen Sie vorbei und bringen Sie viele Frauen mit!

Großes FRAUEN-HEARING zur OB-Wahl

Dienstag, 17. November 2015
20 Uhr, im Stadthaus, Münsterplatz 50
Eintritt frei
Eine Veranstaltung des Ulmer Frauenforums

Gerne können Sie Ihre eigenen Fragen schon vorab per Mail beim Frauenforum einreichen. Ulmer Frauenforum

Zur Geschichte
Mit der Veranstaltung Frauen-FRAGEN wollen wir eine alte Ulmer Tradition wieder aufleben lassen! Der von Inge Aicher-Scholl gegründete Überparteiliche Frauenarbeitskreis (ÜFAK) organisierte 1948 eine vielbeachtete Vorstellung der Oberbürgermeisterkandidaten im Schuhhaussaal. Dies war der Auftakt von insgesamt 19 Bürgerinnenversammlungen, die der ÜFAK jährlich gemeinsam mit Oberbürgermeister Pfizer im Schuhhaussaal veranstaltete. Die in der BRD einmalige Institution der Bürgerinnenversammlung lockte jeweils bis zu 500 Teilnehmerinnen und war eine feste Größe in der frauenpolitischen Landschaft in Ulm.